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Nietzschs Abgrund

Steht man lange genung an einem Abgrund, und schaut hinein. Sieht der Abgrund auch in einen.
Friedrich Nietzsche

 

Der von Nietsche angesprochene Abgrund kann natürlich in vielerlei Hinsicht gedeutet werden. Ein persönliches Trauma jüngst oder in der Vergangenheit sowie Abgründe der Mitmenschen denen man sich gegenüber gestellt sieht, kommen in Frage. 

In jedem Fall mislingt es der Person den Abgrund zu überwinden, also sein Wesen zu verstehen um ihn hinter sich zu lassen. Durch sein Unvermögen ist er zu einer längeren Auseinandersetzung mit dem Abgrund gezwungen. So wird der Abgrund und wahrscheinlich seine vorhandene Dunkelheit zum bestimmenden Motiv im Leben des Betrachters. Dadurch entsteht ein allgegewärtiges Bild, dass zwar kurzzeitig in den Hintergrund treten kann, aber seine Passgenauigkeit in dem Großteil der Lebenslagen zeigt. Dieses Muster wird jedoch nur von der Person erkannt die diesem Abgrund ausgesetzt war. So können Menschen die solches oder ähnliches noch nie erlebt haben nur schwer mit der jeweiligen betroffenen Person mitfühlen, oder sich mit ihnen identifizieren. Was ein Grund ist warum sich die Dunkelheit um diejenige nur noch mehr verdichtet, und das Bild des Abgrundes zum lebensbestimmenden Motiv wird. Und da sich Menschen unterscheiden, unterscheiden sich auch die Lasten mit denen sie konfrontiert werden. So nimmt jeder eine bestimmte Situation anderst war, und verarbeitet diese auch auf unterschiedliche Weise. So entstehen einander ähnliche aber nie gleiche Abgründe. Sodass die Personen im Prinziep niemanden finden können der genau das selbe Bild vor Augen hat als sie.

Das ein Abgrund in einen hinein sieht zeigt das er das Innerste der Person sieht, und so ihr wahres Ich erkennt. Dieses wird also durch den Abgrund offenbart, was dazu führen kann dass sich die Person in einer Gesellschaft in der sich alle verstellen nicht mehr wohlfühlt und so seine Einsamkeit mehrt. Diese Einsamkeit und das Gefühl und die Allgegenwart des Abgrundes führen in die Verzweiflung die nur im Tod enden kann. Entweder im eigenen oder in dem Anderer.
Dies kann nur abgewendet werden wenn die Gesellschaft erkennt dass sie nicht aus diesem Spektrum von Persönlichkeiten besteht. Da dieses nur gelogen, vorgegaukelt und teils von der Gesellschaft selbst erschaffen ist. Sie muss erkennen das ihre Bestandteile ganz anderer Natur sind, und sich auf Basis dessen neu formieren.

Es wird jedoch die Frag aufgeworfen, ob das Individuum sein eigentliches Ich nur durch einen solchen Abgrund, das Böse (?!), erfahren kann. Ist dies also die Legitimation des Bösen, des Dunklen und der Abgründe?
Aber wer sagt denn was böse ist oder dunkel oder ein Abgrund. Diese Begriffe setzt doch die Gesellschaft fest. Versucht also die Gesellschaft durch die Verwendung von negativ geprägten Begriffen die Erkenntnis des Einzelnen zu verhindern.

Möglicherweise weil ihr unbewusst klar ist, dass sie in ihrer jetzigen Form auseinander brechen würden wenn jeder sein "wahres" Ich erkennt, um ihn weiter sein "Glück" vorzuspielen und über ihn unmündig verfügen und formen kann?

 

K.

7.6.13 17:38
 
Letzte Einträge: Prolog, Platon und die Dunkelheit


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